Expedition Garzweiler 2016 Zurück zur Übersicht

Am 23. Juni 2016 fuhren die vier Grundkurse der EF des Fichte-Gymnasiums Hagen zeitversetzt und verteilt auf zwei Reisebusse zum Braunkohletagebau nach Garzweiler. Die erste Gruppe bestand aus den Kursen der Lehrer Frau Thißen und Frau Otto, die zweite Gruppe aus den Kursen von Frau Hoffstätter und Herrn Höngen.

Die ersten 40 Schüler erreichten nach 1 1/2-stündiger Fahrt das Besucherzentrum der RWE AG, wo die Schüler den Bus verließen, um dort einer 30-minütigen Präsentation einer Mitarbeiterin zuzuhören. Dies diente der Einführung zu der anschließenden Rundfahrt durch das Braunkohletagebaugebiet Garzweiler.

Während dieser Rundfahrt erzählte die Besucherbetreuerin der RWE etwas über die verschiedenen Berufe der Mitarbeiter und stellte die RWE als Ausbildungsstätte vor. Demnach gibt es in vielen Bereichen die Möglichkeit, bei RWE eine Ausbildung zu machen.

Des Weiteren erfuhren die Schülerinnen und Schüler viel Informatives über die Entstehung und den Abbau der Braunkohle und die Arbeitsgerätschaften, welche für diesen benötigt werden.

Mehrfach hielt unterwegs der Bus an den unterschiedlichsten Stellen und „Sehenswürdigkeiten“ an. Der erste Stopp war bei den Arbeitshäusern, wo zum Beispiel Feuerwehrleute, Sanitäter, Beschaffer und Arbeiter ihre Arbeitsmaterialien und Räumlichkeiten haben. Bei weiteren Stopps konnte die Gruppe den Bus kurz verlassen, um sich ein Arbeitsgerät aus der Nähe anschauen zu können.

Danach folgte die Einfahrt in das eigentliche Abbaugebiet. Hier konnte man über die dort befindliche Aussichtsplattform die Transportwege der abgebauten Braunkohle von oben betrachten. Der weitere Weg des Busses führte in Nähe der Autobahn, wo eine zweite Aussichtsplattform, genannt „Garzweiler Skywalk“, zu finden ist. Diese Plattform reicht 30 Meter in die Grube hinein und ermöglicht dem Besucher einen Einblick in die ca. 200 Meter tiefe Kohlengrube.

Ebenso wurde über die Gründe der stattgefundenen Umsiedlung der dort lebenden Bewohner und Tiere berichtet. Die Schülergruppe erfuhr, dass ca. 7600 Anwohner aus 12 verschiedenen Siedlungen umgesiedelt wurden. Auf Nachfrage wurde mir erklärt, dass eine Umsiedlung und der damit verbundenen Enteignung nicht gegen das „Grundrecht auf Heimat“ verstoßen werde und daher keiner die Möglichkeit hat, sich gegen den Beschluss der Umsiedlung zu wehren.  Der Abbau von Braunkohle diene dem „Allgemeinwohl“. Die RWE informiert die Bewohner rechtzeitig über die genauen Umsiedlungspläne und steht in Kontakt zu den Betroffenen, um für Fragen zu den neuen Wohnorten und Entschädigungsmaßnahmen zur Verfügung zu stehen. Die Besucherbetreuerin von RWE erklärte ebenso, dass es durchaus Menschen gibt, die ihren Wohnort ohne große Überredungskünste verlassen. Als Beispiel dafür erzählte sie uns von älteren Ehepaaren, welche dies als Chance sehen würden in die Nähe von ihren Kindern und Enkeln zu ziehen. Jedoch erklärte sie uns auch, dass oft mehrere Gespräche und Diskussionen nötig sind, um die Menschen von der Umsiedlung zu überzeugen. Die RWE überzeugt die Menschen in den meisten Fällen mit den in Aussicht gestellten Entschädigungen und der vollen Unterstützung, welche den Betroffenen geboten werden, um das Umsiedeln für diese so einfach wie möglich zu gestalten. Zudem seien mit der Vergrößerung des Gebietes auch immer wieder neue Arbeitsplätze – zurzeit bestehen ca. 20.000 – geschaffen worden.

Das genehmigte Abbaugebiet von Garzweiler wurde bis heute nur zu einem geringen Teil genutzt, da die Ressourcen für den Abbau nur für eine bestimmte Abbaufläche ausreichend sind und die Braunkohle in einem Abbaugebiet erst völlig ausgeschöpft sein soll, bevor die RWE sich in dem Gebiet weiter ausbreitet. Dies bedeutet weitere Umsiedlungen, da die RWE eine Abbau- Genehmigung bis zu dem Jahr 2045 hat und der Betrieb Garzweiler mit der abgebauten Braunkohle um die 15% des deutschen Stromverbrauchs sichert.

Bis 2045 „wandert“ die RWE mit ihren Gerätschaften durch das genehmigte Gebiet und lässt Garzweiler somit weiter anwachsen.

Nun folgte der Weg durch das rekultivierte Gebiet von Garzweiler zurück zum Besucherzentrum. Während der Durchfahrt dieses Gebietes erfuhren die Besucher noch einiges über die Rekultivierung durch die RWE.

Nach dieser interessanten fast dreistündigen Exkursion fuhren wir um ca. 13 Uhr wieder zurück nach Hagen.

Malene Voßwinkel