Erziehung zur sozialen Verantwortung

Die Weiterentwicklung gesellschaftswissenschaftlichen Lernens am Fichte-Gymnasium betont in besonderer Weise den Zusammenhang von sozialer Zukunftsentwicklung und eigenem Herkunftsbewusstsein.

Die Gegenwart in ihrer Entstehung zu begreifen bildet dabei die Grundvoraussetzung, junge Menschen zu eigenverantwortlichem und verantwortungsbewusstem Mitbestimmen ihrer zukünftigen Lebensumstände zu befähigen.

Projektkurs Migration

Unterrichtliches Lernen im Allgemeinen und individualisiertes Lernen im Besonderen sind dann vor allem erfolgversprechend, wenn Schülerinnen und Schüler selbstständig, selbstbestimmt und eigenverantwortlich lernen. Beide Formen dienen nicht nur der „Förderung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins“ (Kernlehrplan Geschichte Sek. II), sondern bereiten auch auf den verantwortungsvollen Umgang mit Geschichte im späteren Erwachsenenleben vor.

Der Projektkurs Migration mit dem Referenzfach Geschichte, der seit einigen Jahren am Fichte-Gymnasium angeboten wird und als Jahreskurs fungiert, berücksichtigt beide Formen des Lernens und schließt am Ende mit einem durch die Schülerinnen und Schüler zu erstellenden Produkt ab. Er besteht aus drei grundlegenden Elementen: der Input-Phase, der Phase der selbstständigen Arbeit und der Präsentationsphase.

Ausgehend von der Erarbeitung rechtsdefinitorischer Begriffsbestimmungen der verschiedenen Formen von Migration werden während der Input-Phase bedeutende Migrationsbewegungen erarbeitet (z. B. Völkerwanderungen, deutsche Amerikaauswanderung, Einwanderung von Gastarbeitern in die Bundesrepublik Deutschland), damit sich die Schülerinnen und Schüler grundlegende Kenntnisse und eine fachliche Orientierung verschaffen können.

Projektkurs Migration

Während der Phase der selbstständigen Arbeit finden sich die Schülerinnen und Schüler in themenaffinen Gruppen zusammen, um fachliche, inhaltliche und methodische Aspekte und Probleme zu kommunizieren, die in gegenseitigem Austausch für alle Beteiligten eine konstruktive Hilfestellung bieten – unter Anleitung des Lehrers.

Den Abschluss des Projektkurses bildet die Präsentation der einzelnen Produkte durch die Schülerinnen und Schüler selbst. Der Adressatenkreis ist primär auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektkurses beschränkt; er kann auch eine eng umgrenzte Schulöffentlichkeit umfassen.

Inhaltlich gesehen bewegt sich der Projektkurs zum einen in Ergänzung der curricularen Vorgaben und eröffnet somit die Möglichkeit, auf spezielle Themen einzugehen, zum anderen innerhalb des Bezugsrahmens tagespolitischer Ereignisse: Kaum ein Thema bewegt die Menschen mehr als die aktuelle Flüchtlingsdebatte. Somit leistet er einen wichtigen Baustein zu einer sinnbildenden Identitätsstiftung und zu einem verantwortungsbewussten Demokratieverständnis.

Gedenkstättenfahrt

Historische Zusammenhänge und ihre Bedeutung für die Zukunft unserer Gesellschaft erfahrbar zumachen gelingt in der Regel besonders nachhaltig, wenn sich die Themen Schülerinnen und Schülern an außerschulischen Lernorten vermitteln lassen. Geschichte als Lernen-vor-Ort vermag besonders eindrucksvoll davon zu berichten, wie sehr Menschen in der Vergangenheit für Freiheit und Vielfalt kämpfen mussten um jene demokratische Gesellschaft zu erringen, in der wir heute leben dürfen. Parlamente und Institutionen der gemeinschaftlichen Willensbildung stellen heute jene Handlungsorte dar, an denen sich diese historische Errungenschaft zum Wohle einer freien und sozialen Gemeinschaft weiterentwickelt.

Das neue Zukunftsvorhaben des historisch-politischen Lernens beabsichtigt diese Lernorte in außerunterrichtlichen Veranstaltungen für die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II nachhaltig erfahrbar werden zu lassen. Mit Beginn des Schuljahres 2016/2017 sollen jährlich wiederkehrende Fahrten zu historischen Lernorten angeboten werden, die in besonderer Weise über den Weg Deutschlands und Europas zu freiheitlichen Lebensverhältnissen informieren. Als mögliche Ziele vorgesehen sind Fahrten zu Mahn- und Gedenkstätten der NS-Geschichte, der deutschen Teilung, des Ersten Weltkrieges sowie zu parlamentarisch-demokratischen Institutionen der Bundesrepublik und der Europäischen Union. Mit dem Einstieg in dieses Projekt verbindet sich die Hoffnung, den Schülerinnen und Schülern Anregungen zu vermitteln, auch zukünftig ein friedliches, gemeinschaftliches Deutschland und Europa gestalten zu können.

Gedenkstättenfahrt

Büste am Schulgebäude