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An dieser Stelle findet ihr / finden Sie aktuelle Berichte und Fotos vom Russlandaustausch:

Tag 1: 24 Stunden wach

Samstag, 09.09.2017, 2.00 Uhr. 

Dies war die Uhrzeit, an dem das Abenteuer "Russlandaustausch 2017" für mich begann. Müde und nervös fuhr ich mit meinen Eltern zum Düsseldorfer Flughafen, an dem schon ein Großteil der anderen Austauschschüler darauf warteten, einzuchecken. 

Dann ging alles sehr schnell. Nachdem auch die allerletzten Autauschschüler angekommen waren, haben wir eingecheckt, uns von unseren Eltern verabschiedet und diese mit Sorgen, aber auch mit Freude darüber, dass ihre Kinder dieses Abenteuer bestreiten können, zurückgelassen. 

Gegen 6.00 Uhr startete dann unser Flugzeug Richtung Moskau und das war mit Abstand der angenehmste Flug, den ich je hatte. Was man von dem Flugzeugessen allerdings nicht wirklich behaupten kann. Es gab Eggroll und ich hab sie gesehen und probiert, aber kann immernoch nicht definieren, was genau das sein sollte. 

Nachdem wir durch die Grenzkontrolle gegangen waren, unsere Koffer geholt und Frau Tomson, die Lehrerin der russichen Austauschschüler, getroffen hatten, fuhren wir zuerst mit dem Zug und dann mit der Metro zum Hotel. Unsere Zimmer wurden eingeteilt und danach ging es los Richtung: Moskauer Innenstadt. 

Moskau ist wohl die schönste Stadt, die ich je gesehen habe. Die vielen bunten und großen Gebäude, die über unsere Köpfe ragten, waren gewaltig und einfach wunderschön. Wir kamen sozusagen genau richtig, denn gerade gab es in Moskau ein Stadtfest. "870 Jahre Moskau" - und ja, dieses Fest konnte man nicht umgehen. Unmengen an Menschen waren auf den Straßen und zwangen sich aneinander vorbei, dabei wir mittendrin und sahen alles. Den Kreml, das Kaufhaus GUM, das wohl süßeste Einkaufszentrum der Welt, waren sehr beeindruckend. Am frühen Abend machten wir auch eine kleine Bootstour über die Moskva, was wohl mein größtes Highlight des Tages war. 

Am Ende des Tages bekamen wir schon einen kleinen Einblick in unsere Projektarbeit für dieses Jahr. Wir bekamen, angeleitet von einem Schauspieler und Tänzer, einen ersten Einblick in die Arbeit von Schauspielern. Bei diesem haben wir mit Hilfe von verschiedenen Übungen gelernt uns selbst zu finden, uns als Gruppe zu vertrauen und uns als Gruppe zu "fühlen". 

Zunächst muss ich zugeben, und ich bin ehrlich, dass wir alle unsere Vorurteile hatten, uns auf diese Übungen einzulassen. Denn sie forderten uns dazu heraus, uns körperlich und mit Blickkontakten aufeinander einzulassen und Nähe zum anderen zuzulassen. Nach einem ersten Unbehagen, das wohl die meisten aus der Gruppe empfunden haben, stellten sich diese Übungen aber als unfassbar entspannend und interessant heraus. Dabei wurde außerdem unsere Gruppendynamik so sehr gestärkt, dass wir uns ganz früh am Morgen am Flughafen als Fremde begegnet sind und spät am Abend den Raum als Gruppe verlassen haben. 

Ich finde, dass der Tag in Moskau viel bewirkt hat. Wir haben sehr viel gelernt, gesehen und haben unser Gruppengefühl unglaublich gestärkt. Und genau deswegen finde ich denn Austausch so toll, da so viele Menschen aufeinander treffen und eine so starke Verbindung eingehen, dass sie immer in Kontakt bleiben werden.

Sonntag, 10.09.2017, 1.00 Uhr: Müde und erschöpft fielen wir alle ins Bett.

Bericht von Kassandra

Tag 2: Ankunft in Smolensk

Die Nacht war wieder sehr kurz. Schon um 5 Uhr mussten wir wieder aufstehen, denn um 6 Uhr mussten wir alle das Hotel verlassen. Mit der Metro ging es zum Weißrussischen Bahnhof und von dort ging unser Zug um 7.10 Uhr in Richtung Smolensk. Wir fuhren ca.4 Stunden mit dem Zug und viele nutzten dies, um nochmal Schlaf nachzuholen.

Als wir in Smolensk um 11:40 Uhr ankamen, erwarteten uns unsere Gastfamilien bereits am Bahnhof. Wir fuhren direkt, nachdem unsere Ankunft mit einem Foto fest gehalten worden war, zu unseren Gastfamilien. Dort hatten wir alle ca. 4.Std. Zeit unser Gepäck abzulegen, uns auszuruhen, etwas zu essen und sich mit der Familie schon einmal näher zu kommen.

Um 16 Uhr trafen sich alle Schüler vor unserer Partnerschule, dem Prshevalski- Gymnasium. Ab dort würden wir von einem jungen Studenten, der Deutsch studiert, durch Smolensk geführt. Im Stadtpark zeigte er uns ein Denkmal zu Ehren der Napoleonischen Kriege und die Stadtmauer aus dem Mittelalter, die noch sehr gut erhalten ist. Außerdem besichtigten wir das "Ewige Feuer", das  zur Ehrung der gefallenen russischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg , den die Russen den " Großen Vaterländischen Krieg" nennen.  Auch wurde uns ein altes unterirdischen Gefängnis gezeigt. Zu guter Letzt besichtigten wir die sehr bekannte Kathedrale von Smolensk, die in der heutigen Gestalt im 18. Jahrhundert entstanden ist. Als wir gegen 18:30 Uhr mit der Führung fertig waren, gingen wir alle zu unseren Gastfamilien und durften machen,  was wir wollten.

Alles in allem, hatten wir einen anstrengenden ,aber auch schönen und erfolgreichen Tag.

Bericht von Larissa und Marie

Tag 3: Erstes Kennenlernen

Der Tag begann um 8:30 Uhr wie ein ganz normaler Schultag in Russland. Zunächst zogen sich die Schüler aus Smolensk Schuluniformen an und wir gingen gemeinsam für 3 Stunden in den Unterricht. Im Gegensatz zum Fichte-Gymnasium dauert eine Unterrichtsstunde 45 Minuten und zwischen den jeweiligen Stunden gibt es 15 Minuten Pause. Als Leitfaden für den Unterricht wurde oft eine  PowerPoint-Präsentation eingesetzt und die Schülerinnen und Schüler mussten eigenständig ohne Aufforderung mitschreiben. Was uns sehr erstaunt hat, war, dass sich die Schüler in diesen speziellen Stunden nicht melden mussten, sondern einfach in den Unterricht hineinrufen durften. Ein weiterer Unterschied zum deutschen Schulsystem ist das Notensystem. Anders als in deutschen Schulen ist die Note 1 die schlechteste und die Note 5 die beste Note. Eine Stufe besteht aus 50 Schülern, wodurch die Kurse sehr klein ausfallen und zum Beispiel in dem von uns besuchten Deutschkurs nur 6 Schüler saßen. Einen typischen Klassenraum könnt Ihr in der Fotogalerie sehen. Eine weitere Besonderheit, die uns zunächst erstaunt hat, ist, dass die Schüler von der ersten bis zur zwölften Klasse ein und dieselbe Schule besuchen.

Nachdem wir die ersten drei Stunden des Unterricht gemeinsam mit unseren russischen Austauschschülern besucht hatten, wurden wir zu einer offiziellen Begrüßung durch die Schulleiterin des Prshvalski-Gymnasiums empfangen. Der Empfang erschien uns äusserst herzlich und wir haben uns sehr gefreut diese Bekanntschaft machen zu können. Im Anschluss daran wurde uns eine exklusive Führung durch das Schulmuseum von den älteren Schülern geboten, die sehr gut Deutsch sprachen und uns praktisch alles über die Geschichte des Gymnasium erzählen konnten.

Nach einer einstündigen Pause ging es mit dem ersten Theaterworkshop dieser Woche, angeleitet durch einen Schauspieler der Smolensker Kammerspiele, weiter. Wir haben die verschiedensten Übungen gemacht, bei denen wir uns, unsere Gruppe und den Raum besser kennenlernen sollten. Es ist nämlich wichtig, wenn man schauspielert, Vertrauen zu den anderen Schauspielern auf der Bühne zu haben, ihre Reaktionen zu erspüren und zudem den ganzen Raum der Bühne auszufüllen.

Der Schultag ging um 18 Uhr zu Ende und wir beendeten den Abend im Bowlingcenter, was unsere Austauscheltern organisiert hatten.

Es war ein sehr schöner und interessanter Tag. Langsam kommen wir uns alle näher.

Bericht von Miranda und Judith

Tag 4: Besuch im Dorf Talaschkino

Heute Morgen mussten wir erst um neun Uhr an der Schule sein, von dort aus sind wir mit dem Bus zum Gut der Fürstin Tenichewa gefahren. Sie hat im Jahr 1893 ein Gut gekauft, wo sie mit Hilfe von Künstlern die russische Handwerkskunst förderte. Zudem gründete sie 1895 eine Schule für Kinder von Bauern der Umgebung, was für die damalige Zeit sehr fortschrittlich war. Die Kinder erhielten eine Schulbildung und konnten auch für Handwerksberufe ausgebildet werden. Waisenkinder wurden von der Fürstin sogar aufgenommen.  Heutzutage stehen dort zwei Museen, in denen Gegenstände von dieser Zeit aufbewahrt werden. Auch das im Original erhaltene Klassenzimmer der Schule ist vollständig erhalten und zu besichtigen. Diese Museen haben wir uns angeguckt.

Bevor wir wieder zurück zur Schule gefahren sind haben wir uns einen nahegelegenen See angeschaut.

Als wir zurück an der Schule waren,  hatten wir Mittagspause. Wir haben in der Schulmensa gegessen, das Essen war ganz gut. Am Nachmittag hatten wir wieder Theater-Unterricht.  Wir haben angefangen das Theaterstück ,,Der gute Mensch von Sezuan'' zu proben. Dafür haben wir uns in Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe hat eine Szene geprobt.

Der Tag war sehr schön und interessant.

Bericht von Lukas und Silvan

Tag 5: Routinetag und trotzdem anders

Heute lief der Tag wie folgt ab :
Wie auch am Montag, dem ersten Schultag der Woche, gingen wir für die ersten drei Schulstunden mit unseren Russen in den Unterricht. Heute wurden wir jedoch zur zweiten Stunde gebeten, in dem Musikunterricht der Kleinen mitzuwirken . Mit einer Menge Spaß und Interesse hörten wir eine Ballade und bildeten danach unser eigenes kleines Orchester, das die Melodie zur Ballade des  "Erlkönigs" mit Tamborins, Xylophonen und Castagnetten begleitete.  Die Musiklehrerin hatte ein Auftreten wie eine Sängerin auf einer Bühne. Mit viel Selbstbewusstsein und einer eindringlichen Stimme sprach sie mit ihrer Klasse und uns. Sie war ein gutes Beispiel für uns, wie man sich auf einer Bühne ausdrucksstark verhält.

In dem darauffolgenden Kunstunterricht gestalteten wir Flyer für unser bevorstehendes Theaterstück "Der gute Mensch von Sezuan". Wir wurden unterbrochen durch einen Probefeueralarm, der uns alle ein wenig in Angst versetzten. Wie an jedem anderen Tag fanden wir uns nach der einstündigen Pause in der Turnhalle ein und übten mit verschiedenen Bewegungsübungen ein, Vertrauen zu unserem jeweiligen Partner zu haben, uns als Gruppe im Raum zu bewegen und einander wahrzunehmen.

Um den Tag abzurunden, hatten  die Eltern im Voraus ein gemeinsames Kochen geplant. In einem Hotel haben wir traditionelle russische Speisen wie "Pelmeni" gemeinsam zubereitet. Nach einem kleinen Wettbewerb, in dem es darum ging, welche Gruppe die meisten Pelmenis formt, gewann dann auch noch die Gewinner-Gruppe einen traditionelle russische Torte.

Insgesamt war der Tag ein voller Erfolg. Wir lernten viel über uns und unsere deutsch-russische Gruppe, auch russische Traditionen kamen nicht zu kurz. Wir glauben, dieser Tag hat uns nur noch mehr zusammengeschweißt, als wir vorher schon waren.

Bericht von Lilli und Lukas

Tag 6: Theater von der tänzerischen Seite

Der Tag begann damit, dass wir uns in der Schule getroffen haben.
Danach sind wir ins Stadttheater gegangen, das nach dem Schriftsteller A. Griboedov aus dem 19. Jahrhundert benannt wurde. Das Theater wurde 1933 gebaut und ist eines der größten in Russland.
Im Theaterraum gibt es 1000 Plätze und die Bühne war schon für den Theatersaisonstart am nächsten Tag vorbereitet.  Nachdem wir fertig waren mit der Besichtigung des Theaterraums, sind wir ins Museum des Theaters gegangen; in diesem Museum waren alte Bühnenbilder, Fotos von Schauspielern und Schauspielen und die Geschichte des Theaters ausgestellt.

Anschließend nahmen wir an einer Kunststunde Teil, wo wir Einladungskarten für unser Stück gestaltet haben mit einer coolen Methode. Bei dieser Methode haben wir einen Faden mit Wassermalfarbe angemalt, den zwischen 2 Papiere gedrückt und den Faden herausgezogen.  Ein Ergebnis könnt Ihr in der Fotogalerie sehen.

Nach der Mittagspause kam eine Tanzlehrerin zu uns und wir haben angefangen eine Choreografie, die die Situation der Menschen in Sezuan aus dem Theaterstück " Der gute Mensch von Sezuan", ihre Armut und ihre Verzweiflung tänzerisch darstellt.  Die Choreographie soll ein Teil des Theaterstücks sein, das wir am Samstag aufführen werden. Es war gar nicht leicht, die Tanzszenen einzuüben, aber am Abend hatten wir sie schon ziemlich gut drauf.
Um 18 Uhr hatten wir Freizeit und die meisten sind in eine Trampolinhalle gegangen.

Der Tag hat uns sehr viel Spaß gemacht und das Tanzen war eine ganz neue Erfahrung für uns.

Tag 7: Proben, Proben, ein Quitz und noch mehr Proben

Der Tag begann gefühlt für uns mal wieder viel zu früh. Um 8:30 Uhr haben wir uns alle gähnend an der Schule begrüßt und sind zu der schuleigenen Turnhalle geschlurft, die die letzten Tage als Probenraum herhalten musste.
Zum Wachwerden und Vorbereiten auf Tanz umd Theater machten wir zunächst unter der Führung von Frau Weishaupt ein paar, mittlerweile altbekannte Raumübungen. Danach begannen wir mit der Probe des Tanzes.

 
Um 10 Uhr machten wir uns auf den Weg zur Smolensker Universität, wo ein es ein Quiz zu gewinnen gab. Das Quiz, bei dem wir gemeinsam mit unseren russischen Gastgeschwistern Fragen zu Deutschland beantworten sollten,  fand in dem Informationszentrum für Radioaktivität statt und wurde von einer Vermittlerin für Stipendien an deutschen Universitäten geleitet. Unterstützt wurden wir bei dem Quiz von russischen Studenten, welche Deutsch studieren.
 
Nach dem Verkünden der beiden ersten Plätzte, ging es zurück zur Schule, wo wir im Tanzsaal weiter probten, bis wir ca. um 13.30 in die langersehnte Mittagspause entlassen wurden :)
Nach der Mittagspause hieß es wieder: proben, proben, proben!!
Unser Regisseur war auch wieder anwesend, in Begleitung von unserer Tanz-Choreographin. Wir gingen unseren Tanz noch einmal mit ihr durch und fügten auch neue Figuren hinzu. Die Figuren waren einfach, aber in Kombination mit den anderen Figuren und der Musik war es kompliziert. Wir arbeiteten ca. 2 Stunden an unserer Choreo.
Nun war der Regisseur an der Reihe. Er arbeitete mit und an unseren Texten und verfeinerte sie, indem er uns Anweisungen für unsere Emotionen, unsere Mimik und Gestik, während wir unsere Rollentexte vorlasen, gab.
Alles in allem war dies ein stressiger, aber auch zugleich schöner Tag.
 
Bericht von Aleyna und Merle

Tag 8: Tränen vor Lachen vs. Tränen vor Trauer

Ausschlafen!!! - Dieses Wort beschreibt den Morgen für viele am Besten. Nach einer Woche wenig Schlaf konnte man endlich ganze neun Stunden am Stück schlafen. Mit der Gastfamilie wurde gemütlich gefrühstückt, der eine fing an seinen Koffer zu packen, der andere ging schön spazieren oder guckte beim CityRun zu, jeder genoß seine Zeit.

Um halb elf trafen sich sowohl deutsche als auch russische Schüler in der Schule, um eine letzte Probe vor dem großem Auftritt durchzuführen. Letzte Korrekturen wurden durchgeführt und Tipps wurden hier und da vergeben. Dann ging es zum Umziehen, man einigte sich darauf, sich ganz in schwarz zu kleiden.

Und so brachen schnell die letzten Minuten vor dem Auftritt an. Die Spannung und Vorfreude stieg an. Jeder hatte gewisse Anforderungen und Erwartungen an sich selbst. Man vertrat auf der Bühne ja nicht nur sich selbst, sondern auch unsere Schule, aber auch unser Land. Dies verbreitete Druck, aber auch Stolz. Das Licht im Saal ging aus und auf der Bühne an, es hieß "Showtime". Der Tanz und die Theaterszenen liefen reibungslos, so dass jeder am Ende mit erhobenem Haupt von der Bühne gehen konnte und seinen Gasteltern und - geschwistern in die Arme fiel.

Doch dieser Auftritt brachte einen bitteren Beigeschmack mit sich. Die Vorbereitung, auch wenn sie mühselig war, nahm einen großen und schönen Teil unseres Russlandaufenthaltes in Anspruch. Mit dem Auftritt wurde uns schlagartig bewusst, dass die beinahe irreale Zeit in Russland sich dem Ende nähert. So genossen wir alle das gemeinsame Essen in der Schule. Die Gasteltern bereiteten ein wundervolles Buffet, inklusive einer zauberhaften, mit den Flaggen von Russland und Deutschland versehenen Torte, vor. Nachdem jeder sich satt gegessen hatte, wurden die letzten Einkäufe getätigt, noch ein letztes Mal ins Lieblingscafé gegangen oder durch den wundervollen Parken spaziert. Andere entschieden sich noch ein bisschen Aktion in die letzten Stunden einzubringen und gingen in die Trampolinhalle. Jeder genoß diese Zeit so gut wie möglich.

Nachdem die letzten Geschenke zwischen Gastfamilie und Gastschüler ausgetauscht worden waren, ging es zum Hauptbahnhof von Smolensk. Alle fielen sich in die Arme und die Tränen konnten nicht mehr zurück gehalten werden. Es wurden die Niagara Fälle ausgeheult. Es scheint vielleicht für viele unmöglich, in einer Woche so sehr zusammen zu wachsen, doch es ist möglich. Der Abschied war unfassbar schwer. Die Emotionen in der letzten halben Stunde sind nicht in Worte zu fassen. In allen Herzen herrschte Trauer, nicht nur bei den Austauschschülern, auch bei den Eltern. Einer der schönsten Momenten war, als alle Schüler im Kreis standen, die Arme umeinander geschlungen haben mit tränenverquollenen Gesichtern und jeder seine Dankwort sprach.

Doch es kam die Zeit, wo die Schaffnerin so am Verzweifeln war, dass wir endgültig in den Zug einsteigen mussten. Mit Tränen über die Wangen laufend standen wir alle am Fenster und winkten zum letzten Mal diesen wundervollen Menschen zu. Die Zeit in Smolensk ist vorbei, nun steht die Heimreise an.

Der Tag in einem Wort? Emotional. Viele verschiedene Emotionen: am Mittag lag man sich noch mit Tränen vor Lachen in der Armen, am Abend mit Tränen vor Trauer.

 

Bericht von Hanna und Katja

Tag 9: Rückfahrt zwischen Schlaf und Warten

Nach unserem herzzerreißenden Abschied am Bahnhof von Smolensk und einem unglaublichen Sprint zweier unser Austauschschülerinnen, die sich nicht trennen wollten, hinter unserem Zug her war unser Aufenthalt in Smolensk endgültig beendet. Trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit war für niemanden an Schlaf auch nur zu denken: während die einen noch verzweifelt nach einem Bett suchten,  um nicht mit den Lehrerinnen in ein Schlafabteil zu müssen, hatten die anderen mit einem nicht sonderlich ansprechenden fremden Zimmernachbarn zu kämpfen. Als wir uns endlich alle mit unserer Schlafsituation für die kommende kurze Nacht abgefunden hatten und Hanna die Pechmarie im Zimmer der Lehrerinnen geworden war, begannen wir unsere Abteile zu erkunden. Sie waren nicht besonders geräumig, wiesen vier "Betten" oder besser Pritschen auf und einen kleinen Tisch in der Mitte.

Ab 0:30 hatten wir von Frau Lücking die Anweisung auf unseren Zimmern zu bleiben und "leise" zu sein.
Am Sonntag morgen um 6 Uhr wurden wir nach einer Durchschnittsschlafzeit von 4 Stunden geweckt, eine halbe Stunde später mussten wir auch schon aussteigen und traten zurück in die kalte Luft von Moskau. Mit unseren Koffern hatten wir dann eine 45-minütige Zugfahrt mit dem Aeroexpress vor uns, die die meisten von uns auf dem Boden am Eingang verbrachten. Gegen 7:30 Uhr erreichten wir den Flughafen "Sheremetyovo". Hier hatten wir jetzt siebenstündigen Aufenthalt. Nach gefühlten 10 Stunden Warten konnten wir endlich zum Gate gehen und im Flugzeug Platz nehmen. Der Flug verlief eigentlich ziemlich ereignislos, weil alle nur versuchten den versäumten Schlaf von vergangener Nacht aufzuholen.
Nach der nicht erwünschten Wiederankunft in Deutschland und dem Abholen der Koffer entstand eine riesige Wiedersehensfreude mit den Familien, die im krassen Gegensatz zu den Abschiedstränen 17 Stunden davor stand.

Aber diese Tränen sind meiner Meinung nach auch nur ein Zeichen, und ich denke, da stimmen mir alle Teilnehmer zu, für einen sehr gelungenen Deutsch-Russischen Schüleraustausch.

Bericht von Malin