Astronomie-AG lässt Stratosphärenballon aufsteigen Zurück zur Übersicht

Nach mehreren Monaten der intensiven Vorbereitung war es am vergangenen Samstag endlich soweit: Wir, das Team RISE, konnten den Start unserer Stratosphärenballonmission einleiten. Auf dem Gelände des Klutert-Sportplatzes in Hagen-Haspe machte sich unsere Sonde „Prometheus“ um 12:48 Uhr auf ihre Reise in eine Höhe von ca. 30 Kilometern, um dort verschiedene Messungen wie etwa des Luftdrucks oder der Temperatur durchzuführen. Wie erfolgreich sie dabei war und wie der Tag des Starts im Detail ablief, erfahren Sie in diesem Abschlussbericht.

Als sich das Team am Klutert-Sportplatz versammelte, begannen wir, die letzten Maßnahmen für die Mission zu treffen. Zuerst befüllten wir das Innere der Sonde mit Styropor, um die enthaltenen Geräte für die spätere Landung genügend zu schützen. Dabei achteten wir darauf, dass die Wärme eines am Deckel angebrachten Handwärmegerätes aber dennoch den gesamten Innenraum der Sonde erreichen kann. Die installierten Messgeräte, Kameras und Akkus wurden nun noch ein letztes Mal überprüft, um die Styropor-Box dann komplett zu verdichten und sie so auf die extremen Temperaturen von bis zu -70°C innerhalb der Stratosphäre vorzubereiten.

Die nächste Aufgabe bestand darin, den Fallschirm an der Sonde zu befestigen, um eine sichere Landung zu gewährleisten. Spezielle Synthetik-Fäden schnitten wir dazu in entsprechende Längen und befestigten sie anschließend an der Sonde. Nun führten wir ein etwa zehn Meter langes Stück Faden vom Fallschirm aus nach oben. Dort sollte dann später der Ballon befestigt werden. Zuletzt wurde der Ballon dann noch mit Hilfe eines Heliumtankes mit dem nötigen Treibstoff aufgefüllt. Dazu legten wir einige Fließdecken auf den Boden, um den Ballon nicht zu beschädigen.

Nachdem all diese Vorbereitungen getroffen waren, war die Sonde endlich startbereit. Nun konnte der Ballon losgelassen und die Sicherheitsschnur durchtrennt werden. Als die Sonde dann allmählich aufstieg, schauten wir ihr bloß noch voller Stolz zu. Natürlich haben wir es uns auch nicht nehmen lassen, Fotos von diesem besonderen Moment zu schießen (siehe Fotogalerie).

Dies war allerdings nicht lange möglich, da sie nach geraumer Zeit schon kaum noch zu sehen war. Uns war klar, was nun bevorstand: Der Aufbruch zum Landeort der Sonde. Dafür machten wir uns auch gleich mit einem kleinen Bus auf den Weg zu einer durch ein spezielles Programm vorausgesagten Absturzstelle. Die Sonde müsste etwa 100 Kilometer entfernt im Rothaargebirge landen, hieß es. Der angegebene Ort überraschte uns erst einmal, da wir mit einer viel geringeren Entfernung zur Landestelle gerechnet hatten. Nichtsdestotrotz haben wir uns in der Hoffnung, die Sonde zu finden, auf den Weg gemacht. Dabei sendete uns ein GPS-Tracker, der in der Sonde eingebaut war, am Anfang noch die Koordinaten ihres Standpunktes. Zu unserer Überraschung endete dieser Vorgang jedoch nach etwa einer halben Stunde, als wir keine Koordinaten mehr vom GPS-Tracker zugesendet bekamen. Ab diesem Zeitpunkt spielten wir alle möglichen Szenarien durch. „Was ist, wenn der Akku leer ist“, dachten wir. Trotz dieser Sorgen fuhren wir weiter zur vermuteten Absturzstelle und hielten dabei stets Ausschau nach unserer Sonde.

Nach knapp einer Stunde war es soweit und unter großem Jubel stellten wir fest, dass unsere Sonde uns wieder mit Koordinaten versorgte. Diese stimmten auch mit denen der vermuteten Absturzstelle überein. Die Vermutung lag nahe, dass die Sonde gelandet war. Uns trennten nur noch etwa 15 Minuten Fahrt von der vermeintlichen Absturzstelle, bis wir erschreckt feststellen mussten, dass sich die Koordinaten der Sonde wieder anfingen zu ändern. Verwundert schauten wir uns an. Gut möglich, dass ein interessierter Passant die Sonde einfach mitgenommen hatte. An der letzten übermittelten Position angelangt, stellte sich diese Vermutung aber als falsch heraus. Denn tatsächlich erkannten wir in einem an einer Straße gelegenen Feld einen weißen Fleck. Es war unsere Sonde!

Doch auch nach der Bergung der Sonde und der darauffolgenden Heimfahrt steht uns noch eine wichtige Aufgabe bevor: die Auswertung der Daten. Nachdem die aufgezeichneten Bilder und Zahlen bereits aufgenommen wurden, ist es nun an uns, diese noch in den Kontext zu setzen, um herauszufinden, was sie letzendlich wirklich aussagen. Doch für den Moment lässt sich festhalten, dass das gesammelte Material durchaus sehenswert ist.

Rückblickend ist zu sagen, dass das gesamte Projekt allen Beteiligten bislang eine Menge Spaß bereitet hat und in den kommenden Wochen auch sicher noch bereiten wird. Den Abschluss immer fest im Blick planen wir dabei aber auch schon unsere Teilnahme für das nächste Jahr. Selbstverständlich hoffen wir, aus unseren Fehlern zu lernen und die Erfahrung im nächsten Jahr nutzen zu können!

 

Manuel Meinhardt