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Mädchen- und Jungenförderung
Statistiken zeigen, dass der Anteil der Mädchen, die Abitur machen und ein Hochschulstudium anstreben, in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen hat. Seit 2006 liegt der Anteil an weiblichen Hochschulabsolventen über 50 %. Erfreulicherweise entdecken die jungen Frauen auch zunehmend die Naturwissenschaften. So ist in Biologie, Mathematik und Chemie die Zahl der Studienanfängerinnen der der Anfänger vergleichbar oder sogar höher. Allerdings werden Physik und Ingenieurwissenschaften nach wie vor von weiblichen Abiturienten selten als Studienfach gewählt.
Um Mädchen für naturwissenschaftliche und technische Fragestellungen zu begeistern, auch mit Blick auf eine spätere Berufsorientierung, wird in der MINT-Klasse das Interesse der Schülerinnen für solchen Fragen gezielt gefördert. Schwerpunkte dieser Förderung liegen in der Auswahl der Unterrichtsinhalte und der Wahl der Unterrichtsmethoden.
Mädchen interessieren sich wesentlich stärker als Jungen für naturwissenschaftliche Themen, die einen Bezug zum Alltag und zu ihrer Lebenswelt haben. Insbesondere Fragestellungen mit Bezug zum menschlichen Körper, zu Naturphänomenen oder zur gesellschaftlichen Bedeutung der Naturwissenschaften stoßen bei ihnen auf großes Interesse. Deshalb wird bei der Auswahl der Unterrichtsthemen stark darauf geachtet. dass sie an die Alltagserfahrungen der Schülerinnen anknüpfen und deren Interessen gerecht werden. So werden z. B. in Jahrgang 5 der Stoffbegriff und die Stoffeigenschaften in der Chemie am Beispiel der Lebensmittel und ihrer Inhaltsstoffe eingeführt oder Aspekte der Akustik und Optik am Beispiel des Nutzen unserer Sinne für die Sicherheit im Straßenverkehr erarbeitet.
Durch eine Orientierung an den Mädcheninteressen bei der Wahl der Unterrichtsthemen werden die Jungen nicht benachteiligt, denn aus Untersuchungen weiß man, dass das, was für Mädchen interessant ist genauso für Jungen interes-sant ist, aber nicht umgekehrt.
Auch bei der Unterrichtsgestaltung lässt sich das Interesse der Mädchen durch die Wahl der Unterrichtsmethoden steigern. Da Mädchen in der Regel kooperativer sind als Jungen, werden bei der Erarbeitung der verschiedenen Kontexte bevorzugt kooperative Unterrichtsmethoden eingesetzt. Dabei wird den Schülerinnen ermöglicht, aktiv und eigenständig zu lernen und Erfahrungen aus erster Hand zu machen.
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