|
Pädagogik
Von Erziehung versteht doch jeder was, bei pädagogischen Themen mitreden kann auch jeder – oder etwa nicht? Grundsätzlich mag das zutreffen, doch wird häufig vergessen, dass es bei der Auseinandersetzung mit pädagogischen Zusammenhängen nicht reicht, seinem kleinen Bruder, der eigenen Tochter oder dem Nachbarskind zu zeigen, wo’s lang geht. Pädagogik am Fichte bedeutet u.a. auf der Grundlage der Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler konkrete Erziehungssituationen heranzuziehen, zu beschreiben und zu analysieren, eigenes Verhalten zu reflektieren, das Verhalten von Erziehern zu beobachten und zu analysieren, Autoritätsverhältnisse zu hinterfragen – um hier nur einige Aspekte zu nennen.
Ziel des Pädagogikunterrichts ist es vordergründig nicht – wie manch einer vielleicht annimmt – fürsorgliche Mütter und Väter der Zukunft auszubilden. Natürlich wird durch das Fach unter anderem die Erziehungsfähigkeit möglicher zukünftiger Eltern angestrebt, doch gehen die Inhalte und Ziele des Faches weit über diese Aufgabe hinaus. Über die bereits oben erwähnte Verdeutlichung der eigenen Stellung innerhalb konkreter Erziehungsprozesse und die Befähigung der Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen vielfältiger Art geht es vor allem in der Oberstufe auch um wissenschaftliche Erklärungsmodelle, die als Basiswissen unerlässlich sind, um die pädagogische Praxis verstehen, bewerten, planen und mit gestalten zu können.
|
|