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Chemie im Kontext (ChiK)

Die Fachschaft Chemie des Fichte-Gymnasiums arbeitet seit 2002 im Projekt CHIK„Chemie im Kontext“ mit. Bei diesem Projekt geht es um die Implementation des Unterrichtskonzepts „Chemie im Kontext“ (CHiK) in 16 Bundesländern. Dazu wurden schulübergreifende Lehrerarbeitsgemeinschaften (Sets) gegründet, die an der Konzeption von kontextorientierten Unterrichtseinheiten und Aufgaben für den Chemieunterricht arbeiten. Betreut und unterstützt werden sie dabei von wissenschaftlichen Mitarbeitern des IPNs (Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften) und den Chemie-Didaktiken der Universitäten Oldenburg und Dortmund.

Ziel des CHiK-Konzepts ist es, zum Einen die Motivation der Schülerinnen und Schüler für das Fach Chemie nachhaltig zu steigern. Zum Andern soll mit diesem Konzept im Sinne einer naturwissenschaftlichen Grundbildung nicht nur fachliches Wissen vermittelt werden, sondern die Schülerinnen und Schüler sollen dahin gehend erzogen werden, dass sie naturwissenschaftliches Wissen anwenden können, naturwissenschaftliche Fragestellungen erkennen und aus Belegen Schlussfolgerungen ziehen können (OECD, 1999).

Das ChiK-Konzept basiert auf drei Säulen: der Kontextorientierung, den Basiskonzepten und der Unterrichtsgestaltung.

Unter Kontexten versteht man Fragen- und Problemstellungen, die einen Alltagsbezug aufweisen. Dieser Alltagsbezug kann für die Schülerinnen und Schüler eine persönliche Bedeutung haben wie z. B. gesundheitliche oder kosmetische Fragestellungen. Kontexte können aber auch eine gesellschaftliche oder wissenschaftliche Relevanz besitzen wie z. B. Umweltprobleme oder die Entwicklung neuer Technologien (z. B. Brennstoffzellen).
Der Grund für die starke Kontextorientierung des Konzepts liegt in lerntheoretischen Erkenntnissen. Da man weiß, dass Wissen immer konstruktiv (Konstruktivismus) und situativ (situated learning) erworben wird, ist es wichtig, Unterrichtssituationen zu schaffen, die an das Vorwissen der Schüler anknüpfen und die es ihnen ermöglichen, ihr neu erworbenes Wissen zu verankern.
Außerdem zeigen Kontexte, dass es sinnvoll ist, sich mit der Naturwissenschaft Chemie zu beschäftigen, tragen zur Vernetzung von Wissen bei und erleichtern die Ausbildung von Kompetenzen, wie sie von den Bildungsstandards und den Einheitlichen Prüfungsanforderungen für das Abitur gefordert werden.

Für das Fach Chemie gibt es fünf Basiskonzepte:

  • das Stoff-Teilchen-Konzept,
  • die Struktur-Eigenschafts-Beziehungen,
  • das Donator-Akzeptor-Konzept,
  • das Energie-Konzept und
  • das Konzept des chemischen Gleichgewichts und der Reaktionsgeschwindigkeit.

Diese fünf Basiskonzepte sind übergeordnete Prinzipien, auf die sich die schulrelevanten chemischen Fachinhalte zurückführen lassen. Sie bilden die Grundlage für ein Verständnis der Wissenschaft Chemie und gewährleisten einen systematischen Wissensaufbau unter fachlichen und lebensweltlichen Perspektiven. Über die verschiedenen Kontexte werden die Basiskonzepte im Laufe der Schulzeit aufgebaut und ständig erweitert.

Die Gestaltung einer Unterrichtseinheit nach „Chemie im Kontext“ durchläuft vier Phasen. In einer Begegnungsphase werden die Schülerinnen und Schüler mit dem Kontext vertraut gemacht. Sie dient der Motivation und der Anknüpfung an Vorwissen. Die Schülerinnen und Schüler werden angeregt, Fragen zum Kontext zu stellen. Diese Fragen werden in der Neugierphase sortiert und strukturiert und sind Grundlage eines Arbeitsplanes. In der Erarbeitungsphase werden sie mit Hilfe von chemischem Fachwissen bearbeitet und beantwortet. In der letzten Phase, der Vernetzungs- und Vertiefungsphase, werden die chemischen Fachinhalte vertieft, die Basiskonzepte aufgebaut und das erworbene Wissen mit anderen Kontexten vernetzt.
Bei der Wahl der Unterrichtsmethoden ist darauf zu achten, dass die Schülerinnen und Schüler möglichst eigenständig und selbstverantwortlich arbeiten. Deswegen werden offene und kooperative Unterrichtsmethoden in den einzelnen Unterrichtsphasen verstärkt eingesetzt.

Im ersten Durchgang des CHiK-Projekts (2002 – 2005) wurden im NRW-Set ausschließlich kontextorientierte Unterrichtseinheiten für die Sek. II entwickelt. Mittlerweile liegt ein komplettes Oberstufencurriculum vor (siehe Tabelle), an dem Kollegen unserer Schule mitgewirkt haben und das auch in unserer Oberstufe umgesetzt wird.

Jahrgang 11

Jahrgang 12

Jahrgang 13

Alkohol – zum Trinken viel zu schade

Vom Fett zum Anwendungsprodukt

Lebensmittelfarbstoffe

Essig, der saure Bruder des Weins

Sauer macht lustig – Säuren in Lebensmitteln

Gesund und fit (Aspirin und Vitamin C)

Saure Reiniger

Mobile Energiespeicher

Chemie im Mund

Fruchtaromen – natürlich fruchtig?

Mit Wasserstoff mobil in die Zukunft

 

Die Ozeane und der Treibhauseffekt

 

 


Am zweiten Projekt-Durchgang, der noch bis 2008 läuft, sind ebenfalls wieder Kolleginnen und Kollegen unserer Schule beteiligt. Dieses Mal geht es um die Entwicklung von kontextorientierten Unterrichtseinheiten für die Sekundarstufe I. Ziel ist es, auch für die Sekundarstufe I ein kontextbasiertes Schulcurriculum zu konzipieren. Erste Unterrichtseinheiten dazu liegen schon vor und werden zur Zeit erprobt:

  • „Pommes gut, gesund und geschmackvoll – das richtige Fett für die Friteuse“;
  • „Sportgetränke – überflüssig oder unentbehrlich“;
  • „Neue Kleider aus alten Flaschen“;
  • „Rost am Eifelturm“
  • „Klein, kleiner, winzig – die Nanochemie stellt sich vor“.
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